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Erste Hilfe in der Schule

Dr. med. Bettina Funke-Inkmann

 

Wie schnell ist es passiert:
Eine Rempelei auf dem Schulhof, ein Sturz beim Sport – die Schule ist für Heranwachsende der häufigste Unfallort. Jede Schülerin, jeder Schüler, jede Lehrperson und jedes Elternteil kann plötzlich und unerwartet in die Lage geraten, Erste Hilfe leisten zu müssen – dazu ist man nämlich verpflichtet ! Damit man im Falle eines Unfalles rasch und kompetent helfen kann, lohnt es, sich mit den wichtigsten Grundregeln der Ersten Hilfe vertraut zu machen – und  dieses Wissen auch regelmäßig aufzufrischen. Hand aufs Herz: Wie lange ist Ihr Erste-Hilfe-Kurs für die Führerscheinprüfung her?

Erste Hilfe-Kurse bieten zum Beispiel die Johanniter, die Malteser oder das Deutsche Rote Kreuz an. 

Unfälle im Schulalltag

90 % der Schulunfälle passieren in der Schule selbst, nur 10% sind Wegeunfälle. Von den Schulunfällen entstehen 40% im Sportunterricht, vor allem beim Ballspiel, weitere 40 % sind Pausenunfälle.

Nach Schätzungen wären ca. 60 % der Unfälle vermeidbar durch sichere Gestaltung der Umgebung, persönliche Schutzmaßnahmen und ein erhöhtes Gefahren- und Sicherheitsbewusstsein. In größeren Firmen bekommt man als Arbeitnehmer schon mal eine Abmahnung, wenn man den Handlauf der Treppe nicht benutzt!

Erste Hilfe in der Schule – Grundsätze

Es ist etwas passiert - was kann ich tun?  

Eine ganze Menge!  

  • Notruf – Hilfe herbeiholen!
  • Eigenschutz beachten! 
  • Puls und Atmung überprüfen 
  • Welche Verletzungen? Blutet es? 
  • Mit dem Verletzten sprechen, trösten! 
  • Lagerung 
  • Verbände 
  • Je nach Situation kühlen oder warm halten

Notruf : 112

  • Was ist passiert?
  • Wie viele Verletzte? 
  • Welche Verletzungen? 
  • Wo ist es passiert?
  • Wer ruft an?
  • Warten auf Rückfragen des Rettungsdienstes

Hautverletzungen

Unsere Haut schützt uns vor Kälte, Wärme, Austrocknung und Infektion. In der Haut sind Blutgefäße, die Haut ist „durchblutet“. Bei Wärme sind die Blutgefäße weit, bei Kälte ziehen sie sich zusammen. Wenn man seinen Arm hochhält,  wird er blass, es fließt wenig Blut in den Arm. Wenn man den Arm nach unten hält, wird er rot, jetzt fließt viel Blut in den Arm.  

Deshalb: Den verletzten Körperteil kühlen und hochhalten, damit es weniger stark aus der Wunde blutet!

Regeln für Wundverbände

Verbände müssen sauber sein! Steril eingepackte Wundauflagen und Verbandpäckchen lassen sich als kleines Notfall-Set in jeder Sporttasche verstauen.  Verschmutzte Wunden zunächst nicht auswaschen – es könnten dabei Fremdkörper wie Steinchen oder Scherben tiefer in die Wunde gespült werden. Splitter oder Fremdkörper zunächst nicht herausziehen! Es könnte sonst stärker bluten oder der Fremdkörper könnte abbrechen. Größere oder verschmutzte Wunden sollte immer eine Ärztin oder ein Arzt angucken! Wenn die Wunde stark blutet: Druckverband machen, verletzten Körperteil hochhalten!

Insektenstich

Achtung bei bekannter Allergie (Überempfindlichkeit) - es droht ein gefährlicher Schock! Stachel entfernen. Dann sofort gut kühlen mit Wasser oder Spucke. Bei Stichen im Mund: Eis lutschen, eine Eispackung am Hals anlegen und schnell zum Arzt! 

Im Sommer draußen am besten
nur mit Strohhalm trinken!

Tierbiss

Bei Tierbissen, aber auch bei Menschenbissen (!) droht eine gefährliche Wundinfektion! Immer sollte man sich vergewissern: Ist ein ausreichender Tetanusschutz vorhanden?

Jede Bissverletzung sollte eine Ärztin oder ein Arzt anschauen! Oft wird ein Antibiotikum verordnet. 

Stumpfe Verletzungen

An der Bordsteinkante abgerutscht und mit dem Fuß umgeknickt - ein typischer Wegeunfall, der nicht nur bei Glatteis passiert. Je nach der Art der Verletzung und der beteiligten Strukturen (Gelenke, Muskeln, Sehnen, Knochen) spricht man auch von Verstauchung, Prellung oder Zerrung. Wenn der Verdacht auf eine knöcherne Verletzung besteht, muss geröntgt werden. Also: Bei anhaltender Schwellung mit Schmerzen auf jeden Fall ärztlich untersuchen lassen!  

Als Erstmaßnahme hält man sich am besten an die so genannte  

PECH-Regel:  

  • Pause einlegen
  • Eis zum Kühlen
  • Compression (Stützverband)
  • Hochlegen des verletzten Körperteils  

Wichtig dabei: Der Eisbeutel darf niemals direkt auf die Haut gelegt werden, um Kälteschäden der Haut  zu vermeiden. Also Socken anlassen oder erst einen dünnen Verband anlegen, darüber den Kühlpack und mit einem Stützverband fixieren.

Nasenbluten

Kommt meist plötzlich, zum Beispiel nach zu kräftigem Naseputzen, bei einer Rempelei oder aber „einfach so“.  

Was hilft?  

Möglichst sofort sollte man eine Kühlung im Nacken anlegen (Eispackung oder ein feuchtes Tuch). Den Kopf leicht vornüber beugen, damit das Blut heraus fließen kann, zwischendurch vorsichtiges Zudrücken des blutenden Nasenlochs.  

Wenn es nicht aufhört: Zum Arzt! Häufiges Nasenbluten sollte auf jeden Fall abgeklärt werden, es kann zum Beispiel ein hoher Blutdruck dahinter stecken. 

Verbrennung

Bei offenem Feuer ist es wichtig, die Flammen möglichst rasch  - zum Beispiel mit einer dicken Decke  - zu ersticken, ihnen also den Sauerstoff zu entziehen.  

Die verbrannte Hautstelle sollte man so schnell wie möglich mit Wasser kühlen, und zwar mindestens 10 Minuten lang!  

Großflächige und höhergradige Verbrennungen (mit Blasenbildung) immer ärztlich anschauen lassen!  

Auch nach einem Stromschlag kann eine Verbrennung der Haut (meist an der Hand) entstehen. Achtung: Stromschläge können gefährliche Herzrhythmusstörungen auslösen, deshalb auch nach einem Stromunfall immer ärztlich untersuchen lassen. 

Sommer, Sonne, nicht nur Wonne …

Bei Sonnenbrand hilft das Kühlen mit feuchten Tüchern, das Auftragen von Gel, oder auch Quarkauflagen.  

Anzeichen für einen Sonnenstich sind ein hochroter Kopf, Schwindel, Nackensteife. Was tun? - Ab in den Schatten, kühle Getränke reichen, die Haut mit feuchten Tüchern kühlen. Kopf erhöht lagern.  

Ein Hitzschlag kann lebensbedrohlich sein! Die Zeichen hierfür sind Schwindel, Benommenheit, Kopfschmerzen, Übelkeit. Die Haut ist heiß, gerötet, aber trocken (Wärmestau). Atmung und Pulsschlag sind gesteigert, die Körpertemperatur kann bis über 41 Grad steigen. Also: Notarzt rufen! Erstmaßnahmen wie beim Sonnenstich. 

Schock / Ohnmacht / Bewusstlosigkeit

Wenn jemand sich erschreckt hat oder verletzt ist, kann der Blutkreislauf durcheinander geraten, es droht ein Schock. Zeichen für einen Schock sind Blässe, man fühlt sich schlapp, friert, es stehen Schweißperlen auf der Stirn.  

Wenn der Verletzte kurzzeitig nicht mehr ansprechbar ist, nennt man das Ohnmacht. Eine länger andauernde Ohnmacht nennt man Bewusstlosigkeit.  

Bei einem Schock sollte man den Betroffenen flach hinlegen, die Füße leicht erhöht, zum Beispiel auf zwei  übereinandergelegte Tornister, warm zudecken, beruhigen.

Bei Ohnmacht muss der Helfer die Beine des Verletzten hoch halten - dadurch fließt mehr Blut zum Herzen zurück und der Kreislauf stabilisiert sich wieder. Einfach, aber wirkungsvoll!  

Bei Bewusstlosigkeit, also wenn der Verletzte nicht mehr ansprechbar ist, aber Puls und Atmung funktionieren, ist die stabile Seitenlage richtig! Sie verhindert, dass der Bewusstlose an seiner Zunge oder Erbrochenem erstickt.  

Während man beim Verletzten bleibt, muss man immer wieder überprüfen: Ist der Verletzte ansprechbar? Sind Atmung und Puls o.k.? Wenn nicht: Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen!  

Die stabile Seitenlage und die Herz-Lungen-Wiederbelebung übt man am besten ganz praktisch in einem Erste-Hilfe-Kurs!

Gehirnerschütterung

Nach einem Aufprall auf den Kopf, meist nach einem Sturz, kann eine Gehirnerschütterung entstehen. Typische Zeichen sind Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Oft kann sich der Betroffene nicht an den Unfall erinnern.  

Erste Hilfe: Wenn der Verletzte ansprechbar ist: Kopf leicht erhöht lagern, warm zudecken, Ruhe bewahren, Rettungsdienst anrufen!

Erste Hilfe bei Vergiftungen

Ob Reinigungsmittel, Medikamente, Zigaretten oder giftige Pflanzen, Beeren und Pilze - besonders kleine Kinder sind oft neugierig und stecken vieles in den Mund.  

Zeichen einer Vergiftung können sein: Atemnot, Husten, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall.  

Was tun?
Nichts einflößen!
Nicht zum Erbrechen bringen!
Erbrochenes für den Arzt aufbewahren!  

Giftnotruf: Telefon: 030 - 19240 (Tag und Nacht)  

Rettungsdienst alarmieren (112) !

Hypoglykämie (Unterzuckerung) beim Diabetes

Der Diabetes mellitus, auch Zuckerkrankheit genannt, tritt im Jugendalter meist als so genannter Typ 1-Diabetes auf. Häufigkeit: Eins von 400-500 Kindern erkrankt bis zum 15. Lebensjahr an Diabetes Typ 1. Zeichen zu Beginn sind Gewichtsverlust, Müdigkeit, vermehrtes Wasserlassen und Durst. Der Typ 1-Diabetes ist immer insulinpflichtig! Eine intensivierte Insulinbehandlung ermöglicht heute weitgehend normale Mischkost. Wichtig ist die Schulung zum Selbstmanagement, insbesondere Blutzucker-Selbstkontrollen zum  Beispiel nach dem Sport, das Einlegen von Zwischenmahlzeiten und der Umgang mit Notfallsituationen – insbesondere Unterzuckerung. Zeichen einer Unterzuckerung sind  

  • plötzlicher Beginn 
  • Heißhunger 
  • Blässe 
  • Konzentrationsstörungen 
  • Schweißausbruch 
  • Zittern, Unruhe 
  • Aggressivität 
  • Verwirrtheit 
  • Müdigkeit, Schwächegefühl

Es droht eine plötzliche Bewusstlosigkeit!  

Deshalb bei Unterzuckerung: Erst essen, dann messen!  

Verabreichen Sie rasch "schnelle"  Kohlenhydrate, z.B. 2-4 Plättchen Traubenzucker, alternativ ein Glas Fruchtsaft oder zuckerhaltige Limonade.  

Achtung: Schokolade oder Cola Light helfen nicht!

Erst dann, wenn möglich, den Blutzucker messen.  

Achtung: Wenn der Betroffene schon bewusstlos ist: Nichts zu trinken geben, Erstickungsgefahr! Notruf!

Das Projekt „Kinder lernen Helfen“

Im Rahmen des MediPäds-Programms soll das Projekt „Kinder lernen Helfen“ Kinder und Jugendliche in die Lage versetzen, bei Unfällen Erste Hilfe zu leisten.

Den Heranwachsenden soll ein Bewusststein über die wichtigsten Vitalfunktionen des Menschen (Atmung, Kreislauf, Verdauung) vermittelt werden. Sie sollen dann typische Unfallsituationen und deren gesundheitliche Folgen kennen lernen und üben, Notfallsituationen angstfrei zu beherrschen, indem sie Hilfe organisieren und bereits spezielle Erste-Hilfe-Maßnahmen vornehmen.

Kinder lernen Helfen - Unterrichtsinhalte

Die Inhalte des Projektes werden in sechs Unterrichtseinheiten (je 45 Minuten) mit folgenden Themen vermittelt:  

Aufbau und Funktion des Körpers 
• Herz-Kreislauf • Atmung • Verdauungssystem • Verhalten bei Notfällen, Organisieren von Hilfe

Kinder lernen Helfen Teil 1
• Wunden (Fremdkörper, Insektenstich, Biss) • Blutungen, Nasenbluten • Verletzungen (Verstauchungen, Verrenkung) • Verbände

Kinder lernen Helfen Teil 2
• Vergiftung • Verbrennungen (Strom, Feuer, Sonnenstich)
• Ohnmacht (Ersticken) • Lagerung

Die Unterrichtsinhalte werden in enger Kooperation zwischen dem Lehrer und dem Arzt vorab besprochen und abgestimmt.

Die MediPäds: Gesundheitsförderung macht Schule

Die MediPäds sind Teams aus Lehrern (meistens Lehrerinnen) und Ärzten (meistens Ärztinnen), die gesundheitsfördernde Unterrichtsprojekte entwickeln und umsetzen. Typisch für das MediPäds-Modell ist die eigenständige, kreative Arbeit der Lehrer und Ärzte. Es gibt keine einengenden Vorgaben für die Projekte, sondern maximale Entscheidungs- und Gestaltungsfreiheit. 

Interdisziplinären Unterricht zu gestalten, ist eine ungewohnte Herausforderung. Gerade deshalb entstehen oft die spannendsten Lösungen. 

Die MediPäds – echte Teamarbeit!